Interessengemeinschaft der Funkamateure Siebengebirge e.V.


Funkruf (POCSAG): Kurznachrichtendienst

Funkruf (POCSAG)

Am oberen Ende des 70cm-Bandes betreiben Funkamateure ihr eigenes Funkrufnetz auf Basis des POCSAG-Protokolls. Funkrufempfänger waren bis in die späten 90er-Jahre in der Bevölkerung weit verbreitet und wurden dort langsam durch Mobiltelefone verdrängt. Gewerbliche Funkrufdienste wurden beispielsweise unter den Namen Cityruf/Eurocall, Quix, Skyper und Scall angeboten. Da diese kommerziellen Geräte im Frequenzbereich zwischen ca. 440 und 470 MHz betrieben wurden, war (und ist) es Funkamateuren leicht, sie durch Modifikation des Oszillators und des Eingangsfilters für Betrieb innerhalb des 70cm-Amateurfunkbands anzupassen. Es entstand ein Funkrufnetz, welches weite Teile Deutschlands und seiner Nachbarländer (zumindest in Ballungsgebieten) umspannt. Neben Kurznachrichten an andere Funkamateure werden Neuigkeiten aus dem Amateurfunk und Statusinformationen diverser Relaisanlagen für deren Betreiber über POCSAG übermittelt.

Funkrufe absetzen und Registrierung

Unser Funkrufsender ist mit dem neuen DAPNET (Decentralized Amateur Paging Network) verbunden. Die Software dafür wurde im Rahmen einer Bachelorarbeit am Institut für Hochfrequenztechnik der RWTH Aachen entwickelt und läuft momentan (Stand Oktober 2016) in der Testphase. Funkrufe lassen sich über das Webinterface des DAPNET absetzen.

via Internet: www.hampager.de
via HAMnet: db0sda.ampr.org/dapnet

Um Rufe senden und empfangen zu können, müssen Sie vorab Ihren Funkrufempfänger im DAPNET registrieren und freischalten lassen. Sofern in Ihrem Empfänger eine RIC einstellbar ist, kann auch diese bei der Registrierung zugeteilt werden. In der IGFS unterstützt Sie Johannes Gierlach (DJ7LC) bei der Registrierung. Auch alle übrigen Fragen zum Funkruf können an Johannes gerichtet werden.

Funkrufsender in der Region

Die IGFS unterstützt derzeit die Betreiber von zwei Funkrufsendern:

Der Funkruf-Sender DB0VVS auf dem Ölberg ist ein Eigenbau. Die verwendete Technik geht auf ein Projekt der Amateurfunkgruppe an der RWTH Aachen zurück. Kern des Projekts ist ein Raspberry-Pi, welcher die Kommunikation mit dem Funkruf-Master übernimmt und mittels eines ADF7012 UHF-Transmitters die Funkrufe aussendet.

Baugruppen des Funkrufsenders DB0VVS

Raspberry-Pi zur Kommunikation mit dem Funkruf-Master

Grundlagen von POCSAG

POCSAG ist die Abkürzung der britischen „Post Office Code Standardization Advisory Group“. Diese Arbeitsgruppe legte den heute verwendeten Standard für Funkruf-Sendungen fest. POCSAG-Empfänger oder Funkmeldeempfänger sind kleine Geräte mit Funkempfänger und Dekoder. Die empfangenen und dekodierten Signale werden vom Empfänger zwischengespeichert und können dessen Display angesehen werden. Da jeder Empfänger eine eindeutige Identifikationsnummer besitzt, können außerdem gezielt Nachrichten an einzelne Empfänger übermittelt werden. Während durch Mobiltelefone und SMS Funkmeldeempfänger in der allgemeinen Bevölkerung keine Bedeutung mehr haben, existieren nach wie vor in zahlreichen Krankenhäusern lokale POCSAG-Netze, um Ärzte und Pflegepersonal herbeirufen zu können. Auch Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben nutzen heute noch POCSAG-Meldesysteme: In vielen Gegenden Deutschlands erfolgt die Alarmierung der freiwilligen Feuerwehren hauptsächlich über spezielle POCSAG-Empfänger.

Funkrufempfänger vom Typ 'Skyper'

Technische Eigenschaften

Für POCSAG wird im Amateurfunkdienst ausschließlich die Frequenz 439,9875 MHz verwendet. Alle Funkrufsender senden ihre Nachrichten auf dieser Frequenz aus. Die Sender sind über Rechner, die als Funkruf-Master bzw. -Slaves bezeichnet werden, miteinander verbunden. Die Verbindung erfolgt in der Regel über das ältere Packet-Radio-Netzwerk und mittlerweile in zunehmendem Maße auch über das modernere HAMNET. Eine Kurznachricht wird somit über alle am Netzwerk angeschlossenen Funkrufsender gesendet.

Der Träger wird mittels Frequenzumtastung moduliert. Dazu wird die Trägerfrequenz jeweils um ±4,5 kHz verschoben. Die höhere der beiden Frequenzen entspricht der binären 0, die niedrigere der binären 1. Die Datenrate liegt bei 512, 1.200 oder 2.400 Bit/s. Die Bandbreite einer solchen POCSAG-Aussendung liegt bei etwa 25 kHz. Damit lässt sich auch die Frequenz von 439,9875 MHz erklären: Sie liegt genau 12,5 kHz unterhalb der oberen Grenze des 70cm-Bands von 440 MHz.

Jede POCSAG-Aussendung beginnt mit einer Präambel aus 576 sich abwechselnden Nullen und Einsen. Die Präambel ist notwendig, um einen Funkrufempfänger, der sich in der Regel in einem Ruhezustand befindet, „aufzuwecken“. Außerdem ermöglicht die Abfolge von Nullen und Einsen eine erste Synchronisation zwischen Sender und Empfänger. Auf die Präambel folgt eine beliebige Anzahl sogenannter Batches, welche die zu übermittelnden Daten enthalten. Da viele Funkrufempfänger nur recht einfach aufgebaut sind, und nur einen einfachen Quarz als Oszillator verwenden, kann nicht gewährleistet werden, dass bei längeren Aussendungen Sender und Empfänger nach einigen Batches noch synchron sind. Jeder Batch beginnt deswegen mit einem 32 Bit langen speziellen Synchronisationswort. Auf dieses folgen sogenannte Frames, welche Adressworte (zum Ansprechen eines bestimmten Funkrufempfängers) oder Datenworte zusammen mit Prüfsummen zur Fehlerkorrektur enthalten.

Nachrichten enthalten entweder nur numerisch oder alphanumerische Zeichen. Rein numerische Funkrufe werden als Folge von 4-Bit-Worten codiert. Alphanumerische Funkrufe verwenden den 7-Bit-ASCII-Code, wobei die Codetabelle in Deutschland so modifiziert wurde, dass sie Umlaute und die sz-Ligatur enthält.

Das POCSAG-Protokoll wird im Amateurfunk-Wiki detailliert beschrieben.

Funkrufsender DB0VVS im Betrieb

Die Relais in der Region

Für alle Funkamateure stehen im Siebengebirge und in der Region Relais und Funkrufsender für FM, D-Star, DMR, APCO 25 und ATV im 2m-, 70cm-, 23cm- und im 3cm-Band zur Verfügung. Folgende Liste bietet einen schnellen Überblick:

RelaisAusgabeEingabe
APRSDB0RHB144,800144,800
D-STARDB0DBN145,58750144,98750
FMDB0SB145,700145,100
FMDB0SG439,050431,450
FMDB0RHB439,425431,825
D-STARDB0DBN439,53125431,93125
APCO P25DB0DBN439,550431,950
DMR (1)DB0DBN 438,3875430,7875
DMR (2)DB0DBN439,975430,575
POCSAGDB0VVS439,9875-
POCSAGDB0RHB439,9875 
FMDB0SG1.298,5001.270,500
FMDB0RHB1.298,6251.298,625
HAMnetDB0VVS5.675,0
HAMnetDB0VVS5.775,0
HAMnetDB0VVS5.705,0
HAMnetDB0VVS5.805,0
ATVDB0RHB10.194,010.394,0
ATVDB0SB10.240,010.420,0

Alle Frequenzen werden in MHz angegeben. Durchgestrichene Relais sind derzeit außer Betrieb.
(1) Hytera; (2) MotoTRBO

DB0DBN: Aktive Benutzer

Hier sehen Sie eine Liste der letzten Besucher unserer D-Star- und unseres DMR-Relais auf dem Ölberg:

Stand: Di, 28. Mär 2017, 08:45 Uhr (MESZ)

D-Star-Relais 70cm (DB0DBN B)
Reflektor: nicht verbunden
TagZeitCallNachricht
23.03.23:46DJ7LCJohannes JO30PR
23.03.18:37DB1KBLudwig Hrth G27
23.03.13:28DF8JOGerrit Maritim Mobil
23.03.13:27DK9JYJOERG 7GEBIRGE
23.03.12:00DL7KJDDIETER TROISDORF
22.03.16:20DK1ZH
D-Star-Relais 2m (DB0DBN C)
Reflektor: nicht verbunden
TagZeitCallNachricht
23.03.10:20DK4KQLUDWIG
19.03.20:35DG4KALDIETER QTH KOELN
12.03.19:18DK8KQOTTO-SIEGBURG-G25
05.12.13:27DB1PA
28.03.16:09DO1KVX
08.02.22:19DB8DUWERNER /O48
DMR-Relais (DB0DBN)
TagZeitCallName (Ziel)
Es liegen keine Daten vor.

Datenschutz:
Sie können selber festlegen, ob Ihr Rufzeichen im Internet sichtbar sein darf, oder nicht. Unter folgenden Links finden Sie detaillierte Informationen für D-Star und auch für DMR.