| Was ist Amateurfunk? |
Auf dem großen Ölberg im Siebengebirge befindet sich nicht nur ein schöner Aussichtspunkt mit Restaurant. Vielmehr fällt jedem Wanderer schon aus weiter Ferne der große Sendemast auf dem Gipfel des Ölbergs auf. Zahlreiche Funkdienste sind auf diesem angesiedelt. Neben der Versorgung der Bewohner der Stadt Bonn mit Fernseh- und Radiosignalen werden die Rheinschifffahrt, die Polizei und andere Dienste bedient. Auch laufen hier zahlreiche gewerbliche Richtfunkstrecken zusammen. Außerdem haben die Funkamateure der Region auf dem Ölberg Unterschlupf gefunden und betreiben hier ihre Relaisstationen. Aber was um alles in der Welt ist Amateurfunk denn überhaupt? Ist es nur ein anderes Wort für CB-Funk oder gibt es Unterschiede? Wir klären Sie in diesem Artikel auf. Eine Übersicht über die Möglichkeiten des Amateurfunkdienstes gibt Ihnen vorab folgende, ürsprünglich bei 3Sat gesendete, bei MyVideo.de abrufbare kurze Reportage: Der AmateurfunkdienstDer Amateurfunkdienst ist ein internationaler öffentlicher Funkdienst gemäß der Vollzugsordnung für den Funkdienst, der "von Funkamateuren untereinander, zu experimentellen und technisch-wissenschaftlichen Studien, zur eigenen Weiterbildung, zur Völkerverständigung und zur Unterstützung von Hilfsaktionen in Not- und Katastrophenfällen wahrgenommen wird." (§1 AFuG). In Deutschland wird der Amateurfunkdienst in einem eigenen Gesetz, dem Amateurfunkgesetz, geregelt. Funkamateure müssen eine umfangreiche fachliche Prüfung bei der Bundesnetzagentur für Elektrizität, Gas, Telekommunikation, Post und Eisenbahnen (kurz: BNetzA) abolvieren. Nach Bestehen dieser Prüfung erhält der Funkamateur seine Zulassung zur Teilnahme am Amateurfunkdienst und sein personengebundenes Rufzeichen, mit welchem er sich gegenüber anderen Funkamateuren zu identifizieren hat. Abgrenzung zum JedermannfunkIm Unterschied zum PMR- oder LPD- oder CB-Funk, welche lediglich den Status einer allgemeinzugeteilten "Jedermannfunkanwendung" besitzen und von Jedermann ohne vorherige fachliche Prüfung und ohne Anmeldung betrieben werden dürfen, ist der Amateurfunkdienst ein international festgelegter Funkdienst. Er steht damit formal auf gleicher Ebene wie etwa der Seefunkdienst oder der Flugfunkdienst. Ein weiterer, entscheidender Unterschied sind die Befugnisse von Funkamateuren. Während Anwender von PMR-, LPD- oder CB-Funkgeräten lediglich vorgefertigte und für die jeweilige Anwendung zugelassene Funkgeräte einsetzen dürfen, sind Funkamateure aufgrund ihrer in der Prüfung nachgewiesenen Kenntnisse berechtigt, ihre Funkgeräte zu modifizieren oder sogar vollständig selber zu entwickeln und zu bauen. Möglichkeiten des AmateurfunksDem Amateurfunkdienst sind zahlreiche Frequenzbereiche vom Langwellen-, Mittelwellen- und Kurzwellenbereich über den UHF-, VHF- und SHF-Bereich bis weit in den Mikrowellenbereich hinein zugeteilt. Eine Übersicht über alle Amateurbänder würde diesen Artikel sprengen. Alle Betriebsarten, die in der Vergangenheit und in der Moderne benutzt wurden und werden, finden auch im Amateurfunkdienst Anwendung. Die traditionelle Betriebsart, die sich auch heute noch bei sehr vielen Funkamateuren großer Beliebtheit erfreut, ist die Morsetelegrafie. Neben Sprachübertragung in FM, SSB und seltener auch AM findet der Interessent auch Fernschreib- und Bildübertragungsverfahren, Fernsehübertragungen und digitale Datenübertragung. Besonders in den letzten Jahren haben digitale Sprachübertragungsverfahren im Amateurfunkdienst weite Verbreitung gefunden. Immer preiswerter werdende WLAN-Komponenten werden in den letzten Jahren auch durch Funkamateure verwendet, um schnelle Datennetze aufzubauen. Der Amateurfunkdienst ist also kein homogenes Hobby, welches sich mit wenigen Stichworten beschreiben ließe. Augrund der vielfältigen Überschneidungspunkte zur Elektronik und Elektrotechnik, zur Informatik und Mathematik, zu den Ingenieurswissenschaften und zur Kommunikationswissenschaft bleibt es die Aufgabe jedes Funkamateurs, seine Schwerpunkte selber zu finden und zu setzen. Einstieg in den AmateurfunkDer Einstieg in den Amateurfunk ist nicht so schwer, wie es auf den ersten Blick aussehen mag. Zahlreiche Vereine, vor allem die Ortsverbände des Deutschen Amateur-Radio-Clubs, helfen Ihnen bei der Vorbereitung auf die Amateurfunkprüfung. Die Multiple-Choice-Prüfung selbst setzt Kenntnisse hauptsächlich aus den Schulfächern Mathematik und Physik auf dem Niveau der Mittelstufe voraus. Bei Fragen kontaktieren Sie uns - wir freuen uns auf Ihre Anfrage! |












