| Die Zukunft des Digitalfunks |
Ein Teil der Relaisstationen der IGFS arbeitet mit modernen digitalen Übertragungsverfahren. Doch was hat es damit auf sich? Ist das alles nur ein kurzes Experiment oder haben digitale Sprachübertragungsverfahren Zukunft im Amateurfunkdienst? Und vor allem: Was für Systeme sind überhaupt verfügbar und welche davon lassen sich sinnvoll im Amateurfunk einsetzen? Jochen Berns (DL1YBL), Relaisverantwortlicher des Relais DB0DBN und amtierender VUS-Referent im Deutschen Amateur-Radio-Club, hat im Amateurfunkmagazin CQ-DL, Ausgabe 02/2011, eine Artikelserie zu diesem Thema veröffentlicht. Mit freundlicher Genehmigung von Jochen und der Redaktion der CQ-DL dürfen wir diese Artikel auf der IGFS-Webseite veröffentlichen. Vorbemerkung: Was sind die Vorteile von D-Star?Bei Auswertung der Statistiken zur IGFS-Webseite fällt auf, dass viele Funkamateure mit Suchbegriffen wie "Vorteile D-Star" oder "Vorteile Digitalfunk" auf diese Seite gelangen. Was sind denn die Vorteile von D-Star? Nun, auf das Wesentliche vereinfacht: Es gibt keinen Vorteil! Die modernen digitalen Verfahren eröffnen eine technisch einfache Möglichkeit, mehrere Relais zu einem großen Relaisverbund zusammenzuschalten. Insbesondere D-Star ermöglicht es, über mehrere Relais hinweg eine Verbindung zwischen zwei Funkamateuren aufzubauen, solange beide in Reichweite irgendeines (!) D-Star-Relais sind. Derartiges ist mit analogen Relais nicht möglich, selbst die Zusammenschaltung zu einem großen Verbund ist aufwändig. Die Frage, wo denn die "Vorteile" einer beliebigen Betriebsart liegen, ist im Amateurfunkdienst jedoch eigentlich unangebracht. Der Amateurfunkdienst ist ein "Funkdienst, der [...] zu experimentellen und technisch-wissenschaftlichen Studien [und] zur eigenen Weiterbildung [...] wahrgenommen wird" (siehe §1 Amateurfunkgesetz). Überall um uns herum konnten wir in den vergangenen Jahrzehnten einen enormen Anstieg der Digitaltechnik erleben: Jede Wohnung ist heute voll von Computern, Fernsehsignale kommen in digitaler Form ins Haus, kaum eine Wohnung ist ohne Internetanschluss und selbst jeder moderne Kleinwagen ist ein fahrendes Rechenzentrum. Selbstverständlich muss auch ein Funkdienst, der sich "Weiterbildung" und "technisch-wissenschaftliche Studien" auf seine Fahnen schreibt, die Möglichkeit bieten, sich in dieses umfangreiche Feld einzuarbeiten. "Vor- und Nachteile" einer Betriebsart sind im Amateurfunkdienst ein zweitrangiges Kriterium - ausgenommen sei hier lediglich die (ebenfalls gesetzlich vorgesehene) Hilfe in Not- und Katastrophenfällen. "Vor- und Nachteile" können und dürfen aber niemals ein Kriterium sein, eine bestimmte Betriebsart aus dem Amateurfunkdienst zu verbannen. Der moderne Funkamateur muss sich daher auch in Themen wie "digitale Signalverarbeitung" und moderne Funknetze einarbeiten. Würde dies niemand tun, würde sich der Amateurfunkdienst in wenigen Jahren seiner Existenzberechtigung berauben. Aus diesem Grund unterstützt und fördert die IGFS neben den etablierten analogen Relais auch digitale Relais: Wir wollen einen Beitrag dazu leisten, die Möglichkeiten dieser Betriebsarten für den Amateurfunkdienst auszuloten und gleichzeitig die Möglichkeit bieten, dass interessierte Funkamateure sich mit diesen Betriebsarten auseinander setzen können. Mit D-Star ist in Sachen "Digitalfunk" keineswegs das Ende der Fahnenstange erreicht. Einen umfassenden ersten Überblick erlauben die folgenden Artikel von Jochen Berns (DL1YBL): 1. Im Zeichen der InteroperabilitätAlles wird digital: Ein Überblick Der Ölberg ist ein wichtiger Knotenpunkt für digitale Systeme im Amateurfunkdienst. Er ermöglicht derzeit Nutzern in der Region Köln/Bonn den Zugang zu diesen Systemen und verbindet außerdem die Systeme im Ruhrgebiet mit denen auf dem großen Feldberg im Taunus zu einem großen Relais-Verbund. Derzeit werden auf den Ölberg die Betriebsarten APCO-25 und D-Star angeboten. 2. Digitale Funksysteme mit großer VerbreitungAPCO-25 und D-Star: Auch auf dem Ölberg nutzbar Da es in Europa bei APCO-25 derzeit sehr schwer ist, an Geräte zu kommen, hat sich D-Star aufgrund der hohen Verfügbarkeit an Geräten und Bausätzen durchgesetzt. Dennoch ist mit D-Star keineswegs das Ende der Fahnenstange erreicht. Es kommen noch zahlreiche weitere Verfahren für die Anwendung im Amateurfunkdienst in Frage: 3. DMR im AmateurfunkeinsatzVorteile gegenüber APCO und D-Star Das Ziel der IGFS ist es, zunächst einen stabilen und sicheren Betrieb über die herkömmlichen analogen Relais, sowie über APCO und vor allem D-Star zu ermöglichen. Mitte 2011 konnten wir ferner ein DMR-Relais auf dem Ölberg errichten, welches derzeit im Testbetrieb läuft. Mit der Einführung von D-Star ist in Sachen Digitaltechnik im Amateurfunkdienst aber auf keinen Fall bereits das letzte Wort gesprochen. Wir halten Sie auf unserer Webseite in jedem Fall auf dem Laufenden!
Wir danken Jochen Berns und der Redaktion der CQ-DL herzlich für die erteilte Nachdruckgenehmigung! |



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